Zugfahrplan Madarail (vormals RNCFM). Fahrplan ohne Gewähr

Der Fahrplan der madagassischen Eisenbahn ist etwas wackelig. Es verkehren keine Passagierzüge mehr zwischen Antananarivo und Tamatave, auch nicht zwischen Antananarivo und Antsirabe. Einzig die Eisenbahn zwischen Fianarantsoa und Manakara verkehrt ziemlich zuverlässig nach dem Schema:

Fianarantsoa - Manakara: Dienstag, Donnerstag und Samstag und in der Gegenrichtung Manakara - Fianarantsoa: Mittwoch, Freitag und Sonntag
Als Abfahrtszeit gilt generell 07h00 in Fianarantsoa und in Manakara
Talwärts (von Fianarantsoa nach Manakara) braucht der Zug rund 8 - 10 Stunden, bergwärts (von Manakara nach Fianarantsoa) sind es 10 - 12 Stunden. Die Züge halten an allen Stationen, sodass es Verspätungen geben kann. (Lesen Sie dazu weiter unten die Reportage 'Mit dem Zuge des Lebens durch den Dschungel' ).
Stand Juni 2007

Der Zug von Antananarivo über Moramanga und zum Lac Aloatra verkehrt für Reisende nicht mehr. Dafür aber ist es möglich, von Moramanga bis Brickaville zu reisen:
Moramanga - Brickaville: Dienstag und Samstag
Brickaville - Moramanga: Mittwoch und Sonntag
Die Abfahrtszeiten sind sehr flexibel, dafür kostet die Fahrt nur rund 3 sFr / 2 Euro / 3500 Ariary
 
Allerdings besteht noch etwas Hoffnung, dass eines Tages der Betrieb der Strecke Antananarivo - Tamatave wieder aufgenommen werden wird. Das mag aber noch etwas dauern. Lesen Sie in der Zwischenzeit die sehr interessante Reportage im Sonntagsblick vom 8. Dezember 2007 unter http://www.blick.ch/news/reportage/zug-um-zug-durchs-paradies-77909 oder hier im .pdf Format.

2008 hat gezeigt, dass die Hoffnung nie aufgegeben werden darf. Es gibt nun wieder - seit Jahren - eine regelmässige Zugsverbindung Antananarivo - Tamatave. Allerdings nur als Nachtzug und somit raten wir von dieser Zugreise ab, weil man unter dem tropischen Nachthimmel nichts sieht. Der nunmehr gültige Fahrplan findet sich hier. Zu sagen ist, dass wir von der PRIORI natürlich keinerlei Verantwortung übernehmen für die Richtigkeit und Durchführung dieser Zugverbindungen. Fragen Sie uns bezüglich Änderungen und aktuellem Stand: Wir von der PRIORI sind vor Ort in Antananarivo! (50 m von der Bahnlinie entfernt und 200 m vom Bahnhof weg.) Franz Stadelmann, 1. Aug 2008

Das allerdings hat sich dann ab Oktober 2008 erneut geändert. Nun verkehrt ein Nachtzug von Moramanga hinunter nach Tamatave und ein Tageszug hoch von Tamatave nach Brickaville. Dreimal pro Woche. Siehe dazu die Bildreportage: Wo die Eisenbahn noch ruckelt.

 

Untenstehender Fahrplan hat leider nur noch historischen Wert:

Lundi / Montag / Monday
Départ / Abfahrt / Departure Arrivée prévue / vorgesehene Ankunftszeit / estimated arrival
pas de trains / keine Zugsverbindungen / sorry no trains  
Mardi / Dienstag / Tuesday 
Départ / Abfahrt / Departure Arrivée prévue / vorgesehene Ankunftszeit / estimated arrival
08.45 Antananarivo
13.00 Moramanga  (17.00 Ambatondrazaka)
07.00 Fianarantsoa
16.30 Manakara
   
Mercredi / Mittwoch / Wednesday 
Départ Arrivée prévue / vorgesehene Ankunftszeit / estimated arrival
08.45 Ambatondrazaka
17.00 Antananarivo
10.00 Moramanga
17.00 Antananarivo
07.00 Manakara
16.30 Fianarantsoa
   
 Jeudi / Donnerstag / Thursday
Départ / Abfahrt / Departure Arrivée prévue / vorgesehene Ankunftszeit / estimated arrival
08.45 Antananarivo
13.00 Moramanga (17.00 Ambatondrazaka)
07.00 Fianarantsoa
16.30 Manakara
   
 Vendredi / Freitag / Friday
Départ Arrivée prévue / vorgesehene Ankunftszeit / estimated arrival
08.45 Ambatondrazaka
17.00 Antananarivo
10.00 Moramanga
17.00 Antananarivo
07.00 Manakara
16.30 Fianarantsoa
   
 Samedi / Samstag / Saturday
Départ Arrivée prévue / vorgesehene Ankunftszeit / estimated arrival
08.45 Antananarivo
13.00 Moramanga (17.00 Ambatondrazaka)
07.00 Fianarantsoa
16.30 Manakara
   
 Dimanche / Sonntag / Sunday
Départ Arrivée prévue / vorgesehene Ankunftszeit / estimated arrival
08.45 Ambatondrazaka
17.00 Antananarivo
10.00 Moramanga
17.00 Antananarivo
07.00 Manakara
16.30 Fianarantsoa
   
  
Mit dem «Zug des Lebens» durch Madagaskars Dschungel

Antananarivo - Eine Fahrt mit dem «Dschungelexpress» von Fianarantsoa im Hochland von Madagaskar zur Ostküste nach Manakara ist wie eine Reise in die Vergangenheit. Für die Strecke von 163,4 Kilometern braucht der Zug mindestens acht Stunden.

Die Abfahrtszeit 7.00 Uhr ist zwar stets angeschrieben, die Gäste können auch meist schon gegen 6.30 Uhr im Waggon der Ersten Klasse oder mit allerlei Getier und Gerüchen, die nichts für verwöhnte Nasen sind, in der «Holzklasse» Platz nehmen. Auf die Diesellok aus den 40er Jahren müssen sie aber noch warten. Mit etwas Glück und lautem Pfeifsignal geht es dann tatsächlich pünktlich gen Osten. Holpert der Zug erst mit rhythmischem Rattern aus dem Bahnhof, lässt sich die Landschaft genießen, die aus dem Morgennebel auftaucht.

Zeitweise scheinen Bananenstauden und riesige Farne in die Abteile zu wachsen. Während der Tour ist Vorsicht beim Hinauslehnen geboten: Masten und Tunnel sind nicht ganz ungefährlich. Fotografen kommen jedoch voll auf ihre Kosten. Der enge Kontakt mit der Bevölkerung auf den Bahnhöfen, die vielfältigen Grüntöne der Reisfelder oder im Regenwald und die satten Farben der Früchte bieten zahlreiche Motive.

Im Gepäckwagen hinter der Lok herrscht geschäftiges Treiben, damit alles an der richtigen Haltestelle ein- oder ausgeladen wird. Für Gaudi sorgt ein riesiges Mutterschwein, das die Transportkiste zertrümmert und am Zielpunkt dem Besitzer mit lautem Gequieke entwischt. Reparaturmaterial wird stets mitgeführt, da man nie weiß, ob es einen Erdrutsch gab, Gleise heimlich ausgebaut wurden oder die Lok den Geist aufgibt.

An jeder Haltestelle bieten meist Frauen und Kinder all das an, was die Region zu bieten hat: Backwaren aus Reis oder Mais in Bananenblättern, gekochte Flusskrebse, getrocknete Fische, knallrote Würstchen, Mandarinen, mehrere Bananensorten und Kuchen.

Gebaut wurde an der 163,4 Kilometer langen Strecke von 1926 bis 1936. Es gibt 67 Brücken und 48 Tunnel, der längste zwischen den Stationen Ranomena und Andrambovato ist mehr als einen Kilometer lang. Pro Jahr waren etwa 5000 Männer beschäftigt - insgesamt mehrere Tausend sollen bei den Arbeiten ums Leben gekommen sein.

Viele der Gleise kamen aus dem Elsass oder auch als Kriegsabgaben aus Deutschland und wurden per Schiff von den Franzosen, die bis 1960 die Kolonialherren waren, nach Madagaskar gebracht. Am 1. April 1936 wurde die Strecke mit einer Sonderfahrt von Manakara nach Fianar eröffnet. Seitdem ist der «Zug des Lebens» unterwegs, auch um Kranke in den nächsten Ort zu bringen.

Der Zug fährt dienstags, mittwochs, donnerstags, samstags und sonntags um 7.00 von Fianarantsoa nach Manakara, montags, mittwochs, donnerstags, freitags und sonntags um 6.45 Uhr von der Ostküste zurück ins Hochland. Der Fahrpreis Erste Klasse beträgt umgerechnet rund 6,50 Euro, die Sitzplatzreservierung etwa 2,70 Euro. Für die Fahrt von Fianar in Richtung Manakara sollten Touristen wegen der Aussichtspunkte einen Platz auf der linken Seite buchen. Drei Kilometer nach der fünften Haltestelle sollte man sich dagegen auf der rechten Zugseite aufhalten, um den Mandriampotsy-Wasserfall nicht zu verpassen.

Quelle: Westfälische Nachrichten, 1. Juni 2007

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