Zeitreise: Besuch bei einer Bäuerin draussen im Land

Von Antananarivo nach Antsirabe sind es 150 km auf der Asphaltstrasse der RN7. Das heisst drei Stunden von Zentrum zu Zentrum. Oder aber man macht einen Abstecher hinaus und erlebt das ländliche Madagaskar.

Jeder, der sich von Tana per Auto in Madagaskars Süden begibt, passiert die Stadt Antsirabe. Dank Thermalquellen, Edelsteinen, Bierbrauerei und fruchtbarer Vulkanerde hat sich dieser florierende Ort zu einem wichtigen industriellen und landwirtschaftlichen Zentrum entwickelt. Und nur wenig ausserbalb von diesem pulsierenden Leben fühlt man sich in eine andere Welt versetzt. In den ländlichen Dörfern ticken die Uhren bedeutend langsamer. Das Leben läuft gemächlich dahin, bis zum heutigen Tag gibt es keinen Strom. Was allerdings nicht heisst, dass die Moderne keine Spuren hinterlässt. Auch hier benutzen die Leute Mobiltelefone. Aufgeladen werden sie gegen ein geringes Entgelt bei einer Velowerkstatt, deren Besitzer einen Generator hat, der jeweils vormittags ab 10 Uhr gestartet wird und je nach Bedarf bis ca. 14 oder 15 Uhr läuft. Wer nun denkt, dass dieses Haus am Abend mit Strom vom Generator beleuchtet ist, liegt falsch. Auch hier wird normalerweise bei Kerzenlicht das Abendessen eingenommen.

Dass da am Abend nicht viel los ist, versteht sich von selbst. Wer etwas anderes sucht, der wandert in die Stadt ab. Vor allem die Jüngeren sehen wenig Zukunft für sich in diesem Dorf, vor allem, wenn sie sich nicht in der Landwirtschaft betätigen wollen. Viele arbeiten in einer der Industrien in Antsirabe und kommen einmal im Monat nach Hause zurück. 

Das Dorf ist über eine löchrige Lateritpiste mit dem Auto oder dem Buschtaxi zu erreichen, eine gute Stunde braucht das Fahrzeug dazu. Man wird aber mit einer äusserst schönen Landschaft entschädigt.

Das Dorf selbst ist in diese malerische Umgebung eingebettet: Vulkankegel, Reisfelder, Pinien-, Eukalyptus- und Mimosenhaine. Letztere sind im August eine ganz besondere Augen- und Nasenweide, wenn das gelbe Blütenmeer im Juli/August seinen süsslichen Duft verströmt. Es gibt einen Königspalast und Königsgräber zu sehen, Wanderungen auf einen der Vulkankegel und zu einem Wasserfall sind möglich. Sehenswert ist auch die handwerkliche Konditorei. In einem Holzofen werden unter anderem Gipfeli und 'pain au chocolat' (mit Schokolade gefüllte Blätterteigtaschen) gebacken. Diese Patisserie befindet sich gleich hinter der Velowerkstatt mit der Batterieauflademöglichkeit und wird von der gleichen Familie betrieben. Eine besondere Attraktion sind die Hunderte von Zebus, die jeweils dienstags das Dorf auf ihrem Weg von Ambalavao nach Tana durchqueren. Mittwochs ist Markttag.

Wer nun neugierig geworden ist auf dieses Dorf, kann es besuchen. Es besteht die Möglichkeit, einige Tage dort zu verbringen. Für nur einen Schnellbesuch von ein paar Stunden ist der Weg zu weit und das Dorf zu schade dazu. 

Aber mehr soll nicht verraten werden. PRIORI lädt Sie ein, den Rest selber zu entdecken. Leisten Sie einen Beitrag zur Landflucht, indem Sie dem Dorf einen Besuch abstatten.


 

Fotostrecke: 
 

   

Madagaskar hat keinen Meter Autobahn. Die RN7 von Antananarivo nach Antsirabe im Süden ist asphaltiert und eine der besseren Strassen des Landes. 

Doch die Abzweiger der RN7, so auch die 'routes secon-daires' (Zweitklassstrassen) links im Bild verlangen sehr schnell ein Allradfahrzeug. Die Lokalbevölkerung hat sich mit den Strassenverhältnissen abgefunden.




Während der Trockenzeit, also ab Mai bis Beginn November, sind die Zufahrtsstrassen passierbar. In der Regenzeit sind die Dörfer und Weiler oft tagelang abgeschnitten. Die Aussenwelt ist nur noch zu Fuss erreichbar. Das macht die Situation von kranken und verunfallten Menschen sehr prekär. Die rurale Welt beginnt gleich vor den Toren der Hauptstadt.




Das Dorf ist ein typisches ländliches Zentrum auf dem Hochplateau. Es war früher einmal reich durch Reisanbau und Viehzucht. Doch die wirtschaftlichen und politischen Strömungen der letzten 50 Jahre haben es verarmen lassen. Nicht wenig dazu beigetragen hat der mangelnde Unterhalt der Zufahrtsstrassen und somit der Niedergang des Handels.




Wie jeder grössere Ort in Zentralmadagaskar hat auch dieses Dorf zwei Kirchen: eine katholische und eine protestantische. Vielerorts sind in den letzten zwanzig Jahren auch weitere Kirchen von Sekten entstanden. Diese Splitterkirchen haben grossen Zulauf: eine Folge der Verarmung der Bevölkerung.




Das Dorf bietet keine Jobs. Junge Arbeitslose verdingen sich als Lastenschlepper für die wenigen Passagiere der ankommenden Taxi Brousse (Sammeltaxis). Ihre Karren haben sie selbst gebastelt.  




Einmal pro Woche ist grosser Markt. Dann strömen die Bauern der weiten Umgebung ins Dorf. Sie verkaufen Selbstgemachtes (wie Reisbesen) und sie bieten Reis und Hühner feil. Die Käufer sind rar. Denn auch sie produzieren die gleichen Artikel. 




Natürlich hat auch dieses Dorf eine lange und verwirrliche  Vergangenheit und zwar eine königliche. Hoch über dem Dorf befinden sich royale Gräber und früher sogar ein Königspalast. Viel mehr als ein paar historische Steine sind nicht übrig geblieben. Doch von dort lässt sich das Dorf rundum überblicken. So wachen die Toten über die Lebenden, auch heute noch.




Wer will, kann auch die 'Dorfbäckerei' besuchen, wo morgens herrliche Gipfel hergestellt werden - manchmal mit Kerzenlicht.
Ebenso besuchenswert sind die Klassen der Primarschulen. Oder das Gymnasium, das es hier sogar gibt. Oder aber man/frau schlendert einfach durch den Ort, verlaufen kann man/frau sich nicht. Der Kirchenturm wirkt wie ein Leuchtturm - ohne Feuer.




Nach zwei (oder mehr) Nächten dann wieder die Fahrt auf ... Sekundärstrassen... nach Antsirabe mit all dem Asphalt, den überdimensionalen Werbe-tafeln, dem hektischen Leben, dem Stress des Alltags. 

Irgendwo in der Umgebung bleibt das grosse Dorf zurück. Es bleiben Freunde. Freunde fürs Leben.




pflanzen, bewässern. ernten: ein ewiger Zyklus

 


Dieses Dorf liegt etwas neben der Strecke von Antananarivo Richtung Süden. Wir bauen einen Besuch gern in Ihr Programm mit ein und schlagen vor, (mindestens) zwei Nächte im Dorf zu verbringen. Übernachtung und Essen sind sehr einfach. Vor Ort gibt es keine bessere Variante.


Der Besuch dieses Dorfes und die Beherbergung sind ein Exklusivangebot von PRIORI. 


Ab Tana sind zwei Nächte einzuberechnen, bis dann die dritte Nacht in Antsirabe verbracht werden kann. (Also statt die erste Nacht ab Tana gleich in Antsirabe zu verbringen.) Das heisst, man 'verliert' zwei Nächte auf der Tour Richtung Süden. Anders formuliert: man hat zwei Nächte und einen ganzen Tag Zeit, das tagtägliche Leben einer Frau im wirklich ländlichen Madagaskar mitzuerleben. 


In Europa findet 'Agrotourismus' zunehmend Anklang: also Aufenthalte im ländlichen Raum mit aktiver Erholung während des Landurlaubs, die Kombination von Naturerlebnis mit ländlicher Kultur und Tradition.

Wir in Madagaskar haben diese Idee aufgenommen und ein Dorf gefunden, das sich voll und ganz für dieses Konzept einsetzt. 

 

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