Masoala: Tour Analalava

Route:

ab Antalaha - Cap Est - Analalava - Antalaha
Übersichtskarte von Masoala als pdf.file
 
Lesen Sie hier das gesamte Infodokument über Masoala und unsere Touren
(Dieses Infodokument wurde aktualisiert im Februar 2009 / Franz Stadelmann)
 
2007 hat die Unesco den Masoala-Nationalpark auf Madagaskar zum Weltnaturerbe erklärt.
 
Trekking durch den Masoala: Bilder der Masoala-Durchquerung
 
   

 

Diashow einer Trekkingtour von 
Susi und Urs Federer 2007 durch den Masoala

 

PRIORI Madagaskar Botschafter 

   Susi und Urs Federer sind
PRIORI Madagaskar Botschafter
und geben Ihnen gern telefonisch oder per eMail Auskunft über ihre Madagaskar-Reise und über PRIORI.
     

An den östlichen Hängen des Masoala-Nationalparks.

Die Halbinsel Masoala steht wie ein Fischerhaken von Madagaskar ab. Die im Nordosten von Madagaskar gelegene Halbinsel beherbergt einen 2300 km2 grossen Park, der durch seinen Reichtum an Flora und Fauna einzigartig ist. Das tropische Klima mit seiner hohen Luftfeuchtigkeit und den heissen Temperaturen liess insbesonders auch zahlreiche Edelhölzer (z.B. Rosenholz) gedeihen. 1997 wurde er zum Nationalpark deklariert – ungefähr zur gleichen Zeit begannen im Zoo Zürich die Vorarbeiten zur heutigen Masoala-Halle, die 2003 eingeweiht wurde. Dadurch hat der Zoo ein Stück Masoala Regenwald nach Zürich geholt.

PRIORI arbeitet in Masoala mit der lokalen Nichtregierungsorganisation APAM zusammen. Die APAM besteht seit 1995 und ist in den Bereichen Ökologie und nachhaltige Landwirtschaft tätig und schafft dadurch Verdienstmöglichkeiten für die Lokalbevölkerung. Eine weiterer Aktivitätszweig sind Trekkingtouren gemäss der Devise des ’ sanften Reisens’.

PRIORI bietet zwei Touren in der Region von Masoala an und dies exklusiv in Zusammenarbeit mit der lokalen Nichtregierungsorganisation APAM, die in Antalaha beheimatet ist. 10 % der Einnahmen fliessen dem Projekt zu. Mehr zu diesem Projekt in Nordost-Madagaskar finden Sie unter:
http://projet-analalava.com/

Sie landen im kleinen Flughafen südlich von Antalaha im Nordosten von Madagaskar. Dort werden Sie von Mitarbeitern der APAM begrüsst. Vom Airport geht es in die über 30’000 Einwohner zählende Stadt Antalaha. Sie wohnen im Guesthouse ’Bel Auberge’ der APAM, das in nächster Nähe zum Strand erbaut ist. Ein Spaziergang durch den Ort führt Sie zum Markt mit Lokalprodukten und vielen Früchten. Die kleine Kirche und der Hafen sind besuchenswert, dann aber auch die Schiffsbauer, die mit einfachsten Mitteln südlich des Hafens grosse Frachtschiffe aus Holz erbauen. Antalaha ist eine ruhige, kleine Stadt, aber trotzdem mit dem nördlich gelegenen Sambava die Welthauptstadt der Vanille. Dreiviertel der weltweiten Vanilleproduktion stammt aus dieser Region, die auch SAVA genannt wird gemäss den Städten Sambava, Antalaha, Vohemar und Andapa. Daher besuchen Sie auch einen Betrieb mit Vanilleverarbeitung und lernen, wie diese Stengel bearbeitet werden, bis sie den herrlichen Duft von sich geben.

Am nächsten Tag fahren Sie - wie die Lokalbevölkerung auch - mit einem Taxi-Brousse (Sammeltaxi) nach Süden. Die Strasse ist teilweise asphaltiert, streckenweise aber auch eine rohe Lateritpiste. Zweimal bringen Sie Fähren über Flüsse und viele Brücken säumen den Weg. Die Landschaft entlang des Meeres ist flach, gegen Westen hin aber erheben sich die Hügel des Masoala-Gebietes. Dort sehen Sie auch die ersten stattlichen Bäume und im Schatten liegende Vanillepflanzungen. Wie ein einsamer Wächter steht ein alter Leuchtturm zwischen den Masoala-Hügeln und der Meeresbrandung.

Sie erreichen Analalava nach drei bis vier Stunden Fahrt mit vielen Zwischenhalten, wo Leute ein- und aussteigen und wo der Fahrer auch mal einen Schwatz abhält. Das Hotel namens ’Karabo Lodge’ ist einem melanesischen Langhaus nachempfunden, mit lokalen Materialien erbaut worden und bietet drei Zimmer. Es wurde im Rahmen des Projekts APAM erbaut. Stellen Sie sich keine Rezeption, Esssaal und Fernsehzimmer vor. Dafür gibt es die idyllisch, direkt am Fluss gelegene ’Epi-Bar Lalogno’ mit einer schönen Terasse,. In diesem Projektladen werden auch Produkte des Grundbedürfnisses und Getränke verkauft. Die Epibar ist zwar wie der aus fünfzehn Häusern bestehende Weiler Analalava etwas von den nächsten Dörfern entfernt, liegt aber direkt an der Küstenstrasse, wo Durchreisende, meist zu Fuss, gerne einen Zwischenhalt einlegen und sich abends Leute aus der Umgebung treffen. Manchmal gibt’s auch eine Lokaldisco mit viel tropischer Stimmung.

Die Mahlzeiten werden vom Projektmitarbeiter Liva gekocht und beinhalten traditionelles madagassisches Essen. Natürlich kann er auf Sonderwünsche eingehen und auch auf Vegetarier Rücksicht nehmen. Karabo ist übrigens der Name einer Buschliane (Dschungelbohne). Der aus vier kleinen Gebäuden bestehende Ort heisst Ambahinkarabo (bei den Karabo-Pflanzen) und Sie finden ihn auf keiner Landkarte. Er liegt ein paar Kilometer südlich des Cap Est (Tanjona Angontsy), dem östlichsten Punkt Madagaskars.

Hier sind Sie umgeben von ganz unterschiedlichen Landschaftsarten: ein von Mangroven gesäumter Fluss, die sich auch entlang der Küste fortsetzen, Flussarme und die Mündung, in deren Mitte sich eine Insel befindet. Über den lichten Küstenurwald und Pflanzfelder hinweg zeigen sich die ansteigenden Hügel des Masoala-Waldes. Am kommenden Tag erkunden Sie die Umgebung auf einem Spaziergang und sehen auch die Vanillelianen, die Pfefferstauden und die verschiedenen Pflanzenkulturen der APAM. Sie machen auch eine Fahrt mit einer Piroge auf dem Fluss Lalogno, der weiter oben nur noch zwei Dutzend Meter breit ist. Selbstverständlich beobachten Sie auch Vögel, Lemuren, Schmetterlinge und auch die Chamäleons, vor denen die Madagassen eine irrationale Angst haben.

Auf Ihren Spaziergängen sehen Sie Rosenholz und Bambus, Palisander, Lianen, Orchideen. Im Sumpfwald finden sich fleischfressende Pflanzen, Vintsy (Kingfischer), schwarzgraue Papageien. Ebenso Lemuren, Fossa und Fledermäuse, auch Schmetterlinge in allen Farben und Fledermäuse / Flughunde. Mit Liva können Sie auch den Mangrovenwald durchwaten und im Gezeitenwasser nach essbaren Krebsen suchen. Vielleicht sehen Sie auch den sehr seltenen Schlangenadler hoch in den Lüften oder ein Wildschwein im Dickicht.

Am letzten Tag fahren Sie mit dem Taxi-Brousse wieder zurück nach Antalaha und weiter mit dem Flugzeug.

Diese Tour von fünf Tagen ist geeignet für Leute, die die Region von Masoala beschnuppern wollen, ohne aber das tagelange Trekking im Masoala selber zu machen. Die Unterkünfte sind sauber und einfach, das Essen wird mit Lokalprodukten von Angestellten des Projekts zubereitet.

Diese Touren sind ideal, sie während der zweiten Hälfte Ihrer Reise zu machen. Danach empfehlen wir einen Badeaufenthalt auf Ste. Marie. Die Flüge ab Antalaha und Maroantsetra gehen jeweils via Tamatave nach Ste. Marie. Meist muss eine Übernachtung in Tamatave eingerechnet werden.

 

Lesen Sie auch die NZZ-Reportage 'Von Menschen und Bäumen' von PRIORI-Chef Franz Stadelmann  

Lesen Sie ebenso den Bericht 'Abenteuerreise auf dem achten Kontinent', erschienen in Fairtrade Nr 9 / August 2007
Dieser Bericht schildert die Hintergründe des Projekts von Analalava.

Empfohlene Literatur zur Masoala-Region 

Naturführer: Masoala Regenwald im Zoo Zürich
erschienen 2005, Zoo Zürich, ISBN 3-033-00397-4

Der sehr schöne Bildband von 160 Seiten führt durch die Flora und Fauna der Masoala-Halle im Zürcher Zoo und gleichzeitig durch die Natur der Masoala-Region im Nordosten Madagaskars. Erklärt werden Tier- und Pflanzenarten, aber auch Hintergründe zu Klima, Vegetation und Ökologie.

Masoala - Das Auge des Waldes, erschienen 2003 im Th. Gut Verlag Stäfa Schweiz ISBN 3-85717-155-3
Das gut bebilderte Buch gibt einen lesenswerten Einblick in die Region des Masoala, in die Geschichte und die Kultur. Flora und Fauna werden ebenso gut abgehandelt. Dieses Werk von 140 Seiten ist weniger ein Bestimmungsbuch wie obiger Naturführer, sondern eher Lesestoff für jene, die sich vertieft mit der Ökologie des Masoala beschäftigen wollen.

 

 

Eine Pufferzone für den Masoala-Nationalpark

Auf der Masoala-Halbinsel in Madagaskar wird die geschützte Fläche jetzt erweitert.

Mit seinen 2400 Quadratkilometern ist der Masoala-Nationalpark das grösste geschützte Gebiet Madagaskars. Die Fläche entspricht in etwa den beiden Kantonen Zürich und Glarus zusammen – und soll nun vergrössert werden. «Der Nationalpark selbst wird nicht erweitert, aber dank einer Pufferzone wächst die geschützte Fläche auf 4000 Quadratkilometer», sagt Helen Crowley. Sie ist in Madagaskar als Hauptverantwortliche der Wildlife Conservation Society (WCS) tätig.

Die neue Schutzzone wird in Zusammenarbeit mit den Einheimischen umgesetzt. «Wir schliessen mit den Dörfern, die an den Park grenzen, Vereinbarungen ab», erklärt Crowley. Darin verpflichten sich die Dorfbewohner einerseits, einen Teil des Dorfwaldes unter Schutz zu stellen, andererseits gehen die geschützten Flächen in ihren Besitz über. Das ist neu – denn bis anhin gehörte das Land allen. Vor allem Bewohner aus den Städten kamen so in die Dörfer und nahmen sich, was sie brauchten. Vom neu erworbenen Wald werden in Zukunft somit nur noch die Dorfbewohner profitieren.

Reisplantagen bewässern
Auch der Zoo Zürich trägt seinen Teil für die Pufferzone bei und finanziert 25 Mikroprojekte, von denen 20 bereits realisiert worden sind. Der Bau von Bewässerungskanälen für Reisplantagen ist ein Beispiel von vielen. «Vorderhand geht es darum, der Bevölkerung zu zeigen, wie sie die bestehenden Ackerflächen besser nutzen kann und somit die Grenzgebiete des Nationalparkes vor der Abholzung verschont», sagt Alex Rübel, Direktor des Zoos Zürich.

Für die Bevölkerung der Stadt Maraonsetra – dem Eingangstor zum Masoala-Nationalpark – ist der Tourismus zu einer wichtigen Einnahmequelle geworden. Dies zeigt ein Blick in die Besucherstatistik, aus der hervorgeht, dass im vergangenen Jahr 44,6 Prozent mehr Personen den Nationalpark besucht haben als 2003. Auch die Zahl der Schweizer hat sprunghaft zugenommen: Waren es im Jahr 2001 noch lediglich 31 Personen, wählten im Jahr 2004 bereits 250 Schweizer den Nationalpark als ihr Reiseziel.

Um dem ins Rollen kommenden Tourismus gewachsen zu sein, entsteht in Maraonsetra zurzeit ein neues Informationszentrum. Dort sollen die Besucher über den Park informiert werden, Broschüren erhalten und zugleich gut ausgebildete Führer für Touren in den Park buchen können. Diese Dienstleistungen, sofern es sie überhaupt gab, waren bislang an verschiedenen Standorten untergebracht.

Auch der Ausbildungsgrad einzelner Führer liess zu wünschen übrig. «Dieses Problems haben wir uns angenommen», sagt Crowley. Mehr Sorgen bereitet der WCS-Verantwortlichen derzeit ein anderes Thema. Seit dem Frühjahr ist ein bei der Masoala-Halbinsel vorgelagertes Korallenriff zu 40 Prozent abgestorben. Die Nationalparkbehörden bringen den Tod der Korallen mit den ungewöhnlich heissen Temperaturen von Januar bis März in Verbindung.

Zunehmende Bedeutung gewinnt Masoala auch bei den Schweizern Forschern. Momentan sind es gleich drei Projekte, die sich mit dem Nationalpark beschäftigen. Das Geographische Institut der Universität Zürich befasst sich mit der Auswertung von Satellitenbildern der Region und untersucht dabei die Entwaldungsrate der letzten Jahre in der Umgebung des Nationalparks. Ein Projekt des Museums König in Bonn und des Zoos Zürich hat sich des Panther- und Nasenchamäleons angenommen. Im Zentrum stehen Aspekte des Verhaltens, der Fortpflanzung und der Verdauung.

Samen für die Masoala-Halle
Beim dritten Projekt, unter der Leitung des Zoos Zürich, führen die Forscher regelmässig botanische Feldarbeit durch. Ziel ist es, einen Beitrag an die wissenschaftliche Dokumentation der floristischen Vielfalt des Masoala-Nationalparks zu leisten. Die dabei gesammelten Samen werden in Zürich kultiviert und dienen dazu, den Pflanzenbestand in der Masoala-Halle authentischer zu machen. In diesem Jahr sind bereits über 600 junge Bäume aus eigener Zucht in der Halle eingepflanzt worden.

Von Susanna Ellner, Tages Anzeiger, 05.07.2005 
mehr zu Madagaskar unter http://www.blog.de/main/index.php/madagaskar 


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